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Sylt aktuell

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Ein Exil-Sylter in der Stadtgalerie

Das Unsichtbare malen

Der Verein der Sylter Kunstfreunde stellt vom 2. bis zum 15. Juli Landschaftsmalerei von Jürgen Pospisil aus. Der Künstler stammt aus Wester­land und ist ein Nachkomme des Westerländer Baumeisters Jürgen Bockelmann, der vor dem 1. Weltkrieg maßgeblich am Aufbau des Badeortes beteiligt war.

Er verließ aber wie viele Sylter nach seinem Abitur die Insel. Derzeit lebt er überwiegend in Hamburg, verbringt aber immer wieder Zeit auf Sylt und auf Auslandsreisen, wobei sich besonders Aufenthalte im Westen und Südwesten der USA als eindrucksvoll und ergiebig für seine Malerei erwiesen.

Nach autodidaktischen Gehversuchen mit kleinformatigen Landschafts­aquarellen. begann er 1988mit eine systematischen Ausbildung bei verschiedenen Hamburger Künstlern, darunter Jonny Schoppmeier und namentlich Erika Gloede, und malt heute größere Formate in altmeisterlicher Öl-/Tempera-Mischtechnik.



Die Sujets seiner Malereisind von den Natureindrücken der Sylter Heimat maßgeblich bestimmt. Das sich beständig ändernde Bild der Insel im Verlauf der Jahreszeiten, einzelner Tage oder gar Stunden, die Veränderungen der Landschaft, des Wetters, des Wassers und des Himmels, die Architektur der Wolken, der allgegenwärtige Wind, die Wechsel des Lichts, der Farben und Stimmungen haben den Maler schon früh beeindruckt und geprägt. Es war unvermeidlich, daß die Romantik der Insel und ihrer Natur mit Emotionen und Phantasien verschmolz, so daß seine heutige Landschaftsmalerei durchaus als romantisch gelten kann. Sie vermittelt Stimmungen und Erlebnisse, ohne indessen Geschichten zu erzählen.

Natur, auf Sylt weiß man es, ist nicht nur romantisch, sondern auch zerstörerisch, auf jeden Fall aber "gleichgültig" gegen alles, was der Mensch erschafft. Diese Gleichgültigkeit wird in den ausgestellten Bildern als "Leere" oder "Unwirtlichkeit" sichtbar. Neben naturalistischer Malerei zeigt die Ausstellung auch einige surrealistische Bilder. Sie geben visuelle Erfahrungen aus Träumen, Focusing- und Imaginationsprozessen wieder. Auch sie bedienen sich des Vokabulars gemalter Landschaften.