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Auf zu neuen Ufern: Segel-Hotspots aus aller Welt



Wie Träume liegen die Inseln/ Im Nebel auf dem Meer“ die berühmten Worte Theodor Storms - über die gleichsam mystische Beschaffenheit der Nordseeinseln hat das Bild des „flachen Landes“ nachhaltig geprägt. Wer an Schleswig-Holstein denkt, sieht matte Felder und dunkle Wolken – doch er fühlt auch den Wind im Haar und schmeckt die salzige Meeresgischt. So verwundert es nicht, dass die nordischen Küsten nicht nur melancholische Gemüter, sondern auch Wassersportler jeder Art anziehen. Besonders die Liebhaber des Segelsports kommen hier auf ihre Kosten, denn Nord- und Ostsee haben vom ruhigen Binnensee bis hin zum offenen Meer so ziemlich jede Bedingung zu bieten, die sich Einsteiger oder Profi wünschen können. Doch was muss man mitbringen, um die Wellen zu zähmen? Dieser Frage hat Segel-Profi Erik Heil sich nun in einem Interview mit Expedia.de gestellt!


Unter Segeln geboren

Dass es ihn auf´s Wasser zieht, wusste Erik Heil schon als Kind. 2001 startete er erstmals mit seinem jetzigen Partner Thomas Plößel in der „Bootklasse Teeny“. Durch Leidenschaft und Ehrgeiz hat das eingeschworene HP-Sailing-Team es mittlerweile in die Klasse der Olympischen 49er geschafft. Ihr nächstes gemeinsames Ziel ist die Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio. Dass er irgendwann einmal hier landen würde, war für Heil schon früh abzusehen:


'Ich bin im Segelclub in Berlin groß geworden und habe dort schon mit fünf Jahren immer was auf dem Wasser gemacht.'”




Mit Teamwork zum Sieg

So viel Erfolg fordert natürlich auch ein großes Maß an Disziplin, erzählt der Profi. Sein Teampartner und er seien im Jahr rund 200 Tage auf dem Wasser – „nicht den ganzen Tag, aber einige Stunden schon“. Glücklicherweise harmonieren Heil und Plößel nicht nur sportlich, sondern können einander auch privat gut leiden. Daher sind die kleineren Auseinandersetzungen, die sich im täglichen Training ergeben, für beide kein Problem. Heil schätzt den Perfektionismus seines Partners und erklärt, sie würden sich stets gegenseitig antreiben.

Wir sind eigentlich das ganze Jahr zusammen unterwegs und man kann sagen, es wirkt teilweise wie eine Ehe.' (lacht)“


Der Reiz der Gefahr

Beide Profis rühmen am Segeln die „'Mischung aus Wassersport, Geschwindigkeit und hochkarätigen Gegnern'“. Doch man komme natürlich auch oft an seine Grenzen, so Heil. Die eindrücklichste (Grenz)erfahrung hätten er und sein Partner im australischen Perth gemacht, wo sie bei Windbedingungen gesegelt seien, „'die für die meisten Menschen als lebensgefährlich zu beschreiben sind'“. Doch Heil und Plößel sind nicht abzuschrecken, denn beide besitzen das, was den Profis zufolge den Unterschied zwischen Gewinnen und Verlieren ausmacht: Ehrgeiz und Abenteuerlust!


Segel-Hotspots: Tipps vom Profi

  • Perth in Australien ist laut Heil die absolute Nummer eins für Segelsportler: „Der Wind dort ist super, das Wasser hammermäßig.“

  • Die spanische Insel Mallorca ist Nummer zwei der Segel-Hotspots, da es leicht zu erreichen und das Wetter dem deutschen in jeder Beziehung vorzuziehen sei.

  • Das italienische Sardinien bietet an Stelle von gefährlich hohen Wellen eher Entspannung; laut Heil ist Sardinien perfekt geeignet zum Fahrtensegeln und daher auf Rang Nummer drei.

  • Der Gardasee, ebenfalls in Italien gelegen, bietet dem Sportfan „'zuverlässige Winde, eine unglaubliche Bergkulisse, vielseitige Trainingsmöglichkeiten und extrem leckeres Essen'“ und ist damit auf Platz Nummer vier.

  • San Francisco landet zwar nur auf Platz fünf der Segel.Hotspots, doch am Ton des Profis merkt man, dass die amerikanische Metropole ihm das Segler-Herz gestohlen hat: „'Die Kulisse ist einfach eindrucksvoll, die Aussicht beim Segeln einzigartig. Und auf den täglichen Wind in San Fran ist […] auch immer Verlass.'


Maritimes aus dem Norden

Wer sich nicht ganz so weit von zu Hause entfernen möchte, um den beiden Segelprofis nachzueifern, findet auch im Norden umwerfende Segelgebiete und viele maritime Events, die die Segler durch ganz Schleswig-Holstein locken:

  • Die Kieler Woche in der Landeshauptstadt ist ein einwöchiges Großereignis, das Segel-Interessierten die Möglichkeit bietet, von einem Schiff ihrer Wahl aus das Treiben auf dem Wasser zu beobachten.

  • Die Travemünder Woche bietet den „World O’pen CUP“ für Jugendliche; seit 2009 ist diese Regatta für Einhandboote fester Bestandteil des maritimes Festes.

  • Die Rumregatta im beschaulichen Flensburg lockt in jedem Jahr historische Segelschiffe aus der ganzen Welt zu einem Rennen, das dem Sieger eine Flasche echt norddeutschen Rum verspricht. Aber Vorsicht – hier gewinnt nur der, der als Zweiter durch´s Ziel geht!



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