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Umweltminister Albrecht bereist Sylt und legt Menge der Sandaufspülungen fest

Autor: CIS am 08.04.2019

Leuchtturm Hörnum

Mit Sandvorspülungen für rund 6,5 Millionen Euro wird das Land in diesem Jahr die Küsten von Sylt sichern. Damit sollen insgesamt rund 1,2 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült werden. Küstenschutzminister Jan Philipp Albrecht besuchte heute (8. April) zusammen mit dem Vorsitzenden des Landschaftszweckverbandes Sylt, Manfred Uekermann, den Bürgermeistern der Sylter Gemeinden sowie der Direktorin des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH), Birgit Matelski, anlässlich der diesjährigen Strandbereisung verschiedene Strandabschnitte der Nordseeinsel Sylt, um sich ein Bild über die in diesem Jahr notwendigen Küstenschutzmaßnahmen zu machen und die diesjährigen Aufspülorte sowie Sandmengen festzulegen.

Foto: Mario De Mattia

„Küstenschutz ist und bleibt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels eine bedeutende Aufgabe des Landes. Sylt spielt hierbei eine besondere Rolle. Die Insel sichert aufgrund ihrer exponierten Lage auch das dahinterliegende Festland vor Schäden durch Sturmfluten. Besonders vor Sylt treffen die Wellen mit großer Energie auf die Küste. Die flexiblen Sandvorspülungen haben sich bislang als der effektivste Schutz für die Sylter Westküste erwiesen und sorgen gleichzeitig dafür, dass das Weltnaturerbe Wattenmeer nicht durch den steigenden Meeresspiegel versinkt“, so der Minister.

Bisher sind an sechs Strandabschnitten der Nordseeinsel auf rund 5 Kilometer Länge Vorspülungen geplant: List (130.000 Kubikmeter), Kampen Hauptstrand (140.000 Kubikmeter), Hörnum Bunker Hill (135.000 Kubikmeter), Hörnum Hauptstrand (140.000 Kubikmeter), Vorstrand Westerland (240.000 Kubikmeter) und Vorstrand Hörnum Gurtdeel (360.000 Kubikmeter). Die Sandeinbringung in den Vorstrand von Hörnum soll der späteren Deichverstärkung von Föhr Dunsum/Utersum und der dort mittelfristig erforderlich werdenden Sandvorspülung vor Utersum dienen. Ziel ist es, dass der Sand mit der Strömung südlich in das Vortrapptief verdriftet. Von dort kann das Material dann ohne Beeinträchtigung des Sedimenthaushaltes des Wattenmeeres für die anstehenden Maßnahmen auf Föhr entnommen werden.

Zusätzlich zu diesen Sandaufspülungen wird auf Sylt im Bereich Westerland ein weiterer Abschnitt der dortigen sanierungsbedürftigen Ufermauer mit einer neuen Betonvorsatzschale auf rund 70 Metern verstärkt und erhöht. Die Kosten betragen rund 1,4 Millionen Euro. Weitere Abschnitte der insgesamt rund 800 Meter langen Ufermauer sollen in den kommenden Jahren verstärkt werden.

Mit den Sandaufspülungen an der Westküste Sylts wird seit 1972 - seit 1983 jährlich - in etwa das Material ersetzt, das durch die Brandung parallel zur Küste nach Norden und Süden transportiert wird und somit letztlich auch dem Wattenmeer zugutekommt. Es handelt sich hierbei um jährlich rund eine Million Kubikmeter. Dieses Material wird durch Sand ersetzt, der acht Kilometer vor Westerland aus 15 bis 20 Metern Tiefe von Spezialschiffen, sogenannten Saugbaggern, entnommen wird. Diese fahren das Sand-Wasser-Gemisch in die Nähe der Küste und spülen das Material durch eine schwimmende Rohrleitung an den Strand. Der Sand bleibt liegen und wird auf dem Strand mit Raupen verteilt, das Wasser fließt zurück in die Nordsee.

Die Kosten für investive Maßnahmen werden zum größten Teil von Bund und Land aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes finanziert. Zusätzlich beteiligt sich auch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) daran. Im Rahmen des Infrastruktur-Modernisierungs-Programmes für unser Land Schleswig-Holstein (IMPULS) werden seit 2018 auch aus diesem Landesprogramm Küstenschutzmaßnahmen finanziert.

Hintergrund

Insgesamt wurden auf Sylt seit 1972 bis Ende 2018 rund 50,2 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült oder in den Vorstrand eingebracht. Die Gesamtkosten dafür betragen rund 228 Millionen Euro. Nach dem Fachplan Küstenschutz Sylt sind jährlich rund eine Million Kubikmeter Sandverluste auszugleichen.

Für das Jahr 2019 sind in Schleswig-Holstein für Küstenschutzmaßnahmen inklusive Unterhaltung der Anlagen insgesamt rund 77 Millionen Euro eingeplant. Neben den bereits laufenden und in diesem Jahr fertig zu stellenden Arbeiten zur Deichverstärkung Dagebüll Nord laufen noch die mehrjährigen Deichverstärkungen Hauke-Haien-Koog und der Beginn der Deichverstärkung Eiderdamm Süd.

Weitere geplante Maßnahmen:


- Fertigstellung des Sperrwerksumbaus in Friedrichskoog
- Einbau neuer Sperrwerkstore im Meldorferhafen
- Verstärkung der Ufermauer Westerland
- Restarbeiten an der Deichverstärkung Seestermüher Marsch
- Verstärkung des Sielauslaufs Wendtorf an der Ostsee
- Beginn der Torverstärkung des Sperrwerkes Wedeler Au
- Erkundungsarbeiten für ein zusätzliches seeseitiges Sandentnahmefeld in Nordfriesland
- intensive Arbeiten für die Warftverstärkungen Hanswarft auf Hooge, Treubergwarft auf Langeneß und Norderwarft auf Nordstrandischmoor

Die zuvor genannten Maßnahmen im Umfang von mehreren Millionen Euro sowie ein hohes Maß an Planungsaktivitäten für zukünftige Küstenschutzmaßnahmen verdeutlichen, dass der Küstenschutz in Schleswig-Holstein eine dauerhafte Aufgabe bleiben wird.

Der Landesbetriebe für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) sorgt mit der dazugehörigen Schiffsflotte für die ordnungsgemäße Unterhaltung der landeseigenen Küstenschutzanlagen am Festland sowie auf den Inseln und Halligen.


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